Jonas war neun Jahre alt und ging in die vierte Klasse.

Seit seiner Geburt besaß Jonas einen Glücksstern, der über ihn wachte.

Eines Tages, auf dem Nachhauseweg von der Schule, zog ein schrecklicher Sandsturm auf, wirbelte ihn hoch in die Luft und trug Jonas davon.

Als Jonas wieder erwachte, fand er sich mitten in einer Wüste wieder.

Ohne Wasser und ohne Schutz vor der Sonne machte er sich auf den Weg nach Hause.

Doch welche Richtung sollte er einschlagen?

Es war unbarmherzig heiß und Jonas war schon ganz erschöpft, da sah er ein Stück entfernt einen merkwürdigen Hügel aus dem Sand ragen.

Als er sich näherte, erkannte er, dass es ein Haus sein musste.

Es war fast ganz vom Sturm zugeweht und mit Sand bedeckt.

Jonas hörte ein leises Klopfen und schaufelte etwas vom Sand beiseite.

Er hatte den Eingang gefunden:

„Hallo, wer ist da?“, rief es aus dem Sandhaufen. „Hilf mir raus, ich bin eingeschneit – mit Sand, meine ich natürlich!“

„Kleinen Moment!“, erwiderte Jonas. „Ich bin Jonas und ich schaffe nur den Sand mal schnell beiseite und dann können Sie raus.“

Es dauerte aber eine ganze Weile, bis Jonas die Tür vom Sand befreien konnte.

Er hatte ja nur seine beiden Hände zur Verfügung, aber dann war die Tür freigelegt.

Der Zauberer und Erfinder, der in diesem Wüstenhaus wohnte und in seiner Werkstatt viele verrückte Experimente machte, hieß Karabas.

Und er hatte mit seiner Sandsturmmaschine herumgespielt.

Er erzählte, sie sei außer Kontrolle geraten und er habe den Sturm nicht mehr stoppen können.

„Tut mir leid, dieser Sturm hat dich von zuhause fortgeweht, aber ich habe eine Idee.“

Er schenkte Jonas seine letzte Erfindung, einen sprechenden Spiegel:

„Dieser Spiegel sagt dir jederzeit, wo du dich befindest und welcher Weg dich nach Hause bringt.“

Jonas bedankte sich und machte sich auf den Heimweg.

Nachts ließ er sich vom sprechenden Spiegel durch die Wüste leiten und am Tag ruhte er sich unter dem Sonnensegel aus, das ihm Karabas mitgegeben hatte.

Nach fünf Tagen Wanderung kam Jonas wieder in seine Heimatstadt und zu seinen Eltern.

Er bedankte sich bei seinem Glücksstern, der ihm geholfen hatte wieder nach Hause zu kommen.

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