Am 26. Januar lud der Freitagskreis Heilbronn zu einer besonderen Gesprächsrunde ein „Islam und Behinderung“

In einem geschützten Raum, konnten Betroffene und Interessierte ihre Erfahrungen austauschen und Fragen stellen.

Der Nachmittag begann mit einer kurzen Begrüßung und die Jugendlichen der Jugendgruppe sojumb stellten ihr Projekt „Heldicaps – Helden ohne Grenzen“ vor.

Danach folgte eine kurzer Vortrag des Vorstandsvorsitzenden zum Thema „Inklusion im Islam“. Hier die Zusammenfassung und die genannten Beispiele

Der Prophet Musa (Moses)

Über den Propheten Musa (Moses) wird von manche Gelehrten gesagt, dass er unter einer Sprachhemmung litt.

Dies war auch ein Grund, warum er sich die Unterstützung seines Bruders Harun (Aaron) wünschte als er mit dem Pharao sprechen sollte.

Das Beispiel zeigt, dass trotz dieses Handicaps, Musa (Moses) zu einem Propheten auserwählt wurde. Allah (Gott) bewertete ihn nur nach seinem Glauben nicht nach seiner Behinderung.

Daran sollten wir uns auch halten.

Ata ibn Rabah

Ata ibn Rabah wurde 33 Jahre nach der Auswanderung des Propheten Mohammed geboren. Er hatte mehrere Eigenschaften, die Menschen normalerweise diskriminieren:

  • Er war Schwarz.
  • Er war ein ehemaliger Sklave
  • und er war gelähmt.

Trotz dieser Merkmale wurde er offiziell zuständiger Richter für religiöse Rechtsfragen.

Denn es zählte nicht woher er kam, wie er aussah oder was ihn einschränkte.

Sondern es zählte, was er konnte.

Der Koran fordert oft und sehr deutlich dazu auf, dass Menschen mit Behinderung ebenbürtig sind und man sie gut behandeln soll.

Abdullah ibn Masud

Abdullah ibn Masud war einer der besten Kenner und Rezitatoren des Korans.

Wenige wissen, dass er wegen seiner Kleinwüchsigkeit und dünnen Statur oft ausgelacht wurde.

Der Prophet Mohammed setzte ein klares Zeichen, und zeigte wie wichtig Abdullah war.

Mohammed sagte, dass am Jüngsten Tag, die Füße von Abdullah ibn Masud in der Waage der guten Taten schwerer wiegen werden als der Berg Uhud.

Danach machte sich niemand mehr lustig.

Ibn Ummi Maktum

Ein weiteres Handicap hatte Ibn Ummi Maktum. Er war blind.

Wegen ihm wurde der Prophet von ALLAH (Gott) getadelt, als er ihm weniger Aufmerksamkeit schenkte als anderen Leuten.

Die Stelle im Koran in der Sure Abasa bezieht sich auf dieses Stirnrunzeln und Wegdrehen des Propheten.

Ibn Ummi Maktum wurde von allen respektiert.

Er war einer derjenigen, die zum Gebet riefen.

Und wenn der Prophet Mohammed nicht in Medina war, war Ibn Ummi Maktum sein Stellvertreter. Er führte dann die Gemeinde im Gebet an und hielt Reden.

Das Osmanische Reich

Früher war Inklusion einen Selbstverständlichkeit in den muslimischen Ländern.

Es gab sehr gute Therapien.

In der Osmanischen Zeit gab es bereits eine Form der Pferdetherapie, die auch heute noch sehr erfolgreich ist.

Menschen wurden in hellen Räumen verarztet.

Dort gab es beruhigende Springbrunnen und Musik.

Menschen mit einer Körperbehinderung erhielten Geld vom Staat, damit sie Pfleger einstellen konnten.

In Istanbul gab es für die ca. 100.000 Einwohner ca. 1.300 Stiftungen, die sich um Menschen mit Handicap kümmerten.

Alle im Gesprächskreis waren sich nach diesen Beispielen einig, dass man dringend etwas tun müsste.

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